Feuerwehr Schnürpflingen

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Jugendfeuerwehrtag Illerrieden und Schnürpflingen



Viele interessante Einsätze in 24 Stunden


Traumberuf Feuerwehr. Viele Kinder haben den Wunsch Vollzeit-Lebensretter zu werden. Bei der Feuerwehr in Illerrieden konnten 20 Kinder diesem Traum einen Tag lang ein Stückchen näher kommen.

Simon Schaich aus Wangen hatte sich erst am Donnerstag für den Jugendfeuerwehrtag angemeldet. Und nur zwei Tage später war der Zehnjährige beim Berufsfeuerwehrtag in Illerrieden voll eingespannt. 24 Stunden lagen vor dem Nachwuchsretter.

Freitag 17 Uhr: In zwei Reihen dürfen die Jugendlichen in der Feuerwache antreten. Sie werden auf drei Löschfahrzeuge und ein Mannschaftstransportwagen verteilt. Fahrzeug- und Materialkunde, Einsatzablauf- und Aufgabenbesprechung fallen kurz aus, nur eine Stunde später schallt der erste Alarm durch die Halle.

Eine Gruppe hat den Auftrag, eine hilflose Person zu finden. Im Haus "Alte Schule" soll die Person sein, Näheres ist nichts bekannt. Wenige Minuten nach der Alarmierung sind die Feuerwehr-Kinder am Einsatzort. Das Gebäude wird durchsucht. Von oben nach unten, von rechts nach links. Im Keller finden sie schließlich die hilflose Person in Form einer 60 Kilogramm schweren Puppe. Jetzt muss der Verletzte mit einem Tragetuch gerettet werden. Alle helfen mit, alle sind hoch konzentriert. "Es macht immer wieder Spaß", erzählt Lukas Mahle. Der 17-Jährige macht schon zum dritten Mal mit, denn alle zwei Jahre bietet die Feuerwehr Illerrieden diesen Schnuppertag an. Der Einsatz ist erfolgreich, die hilflose Person gerettet.

Während eine weitere Gruppe vom Übungseinsatz "Öl im Gewässer" zurückkommt, laufen bei den Organisatoren schon die Vorbereitungen für den nächsten Auftrag. Eine Person wird sich beim Reifenwechsel unter dem Auto einklemmen. "Ein Feuerwehrmann muss sich auf verschiedene Einsätze immer wieder vorbereiten", erklärt Jugendwart Christian Zimmer. "Die Kleinen machen ihre Sache schon ganz gut", fügt er hinzu. In drei Monaten gehört Lukas Mahle nicht mehr zur Jugendfeuerwehr. Dann ist er 18 und rückt automatisch zu den Aktiven. Bei Simon Schaich ist das anders. Erst seit zwei Tagen gehört er zur Jugendgruppe, doch der Feuerwehr-Bazillus hat ihn schon mächtig infiziert.

Nach wenigen Stunden Schlaf meldet sich die Leitstelle wieder. Über Lautsprecher werden im großen Saal mehrere kleine Einsatzmeldungen empfangen. Einmal sollen verirrte Personen im Wald gefunden werden, ein anderes Mal muss eine bewusstlose Person an einem Bienenstock gerettet werden. Um neun Uhr dann eine große Alarmmeldung: Hüttenbrand! Jetzt müssen alle anpacken. Bei dieser Übung haben die Organisatoren weder Kosten noch Mühen gescheut. In kurzer Zeit bauten die Retter eine fünf mal neun Meter große Hütte aus Holz und Stroh auf dem Funkenfeuergelände in Dorndorf auf.

Innerhalb weniger Sekunden brennt alles lichterloh und nun dürfen auch Simon und seine 19 Kameraden endlich löschen. 45 Minuten spritzen die Jugendlichen aus allen Rohren und Schläuchen. Dann geht es wieder zurück zur Wache, wo zunächst die Fahrzeuge wieder einsatzklar gemacht werden. Material auffüllen, Schläuche trocknen und säubern. Das sind die eher unbeliebten Pflichten bei der Feuerwehr.

Nur wenige Stunden später folgt die letzte Übung beim Berufsfeuerwehrtag. Schon 20 Stunden haben die Kleinen erfolgreich hinter sich gebracht. Beim letzten Einsatz sollen Personen vom Dach der Ballsporthalle gerettet werden. Wiederum fahren alle Löschfahrzeuge mit Sondersignal durch die Straßen. Auch ein Rettungswagen vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist dabei. Mark Gennerich, Rettungsassistent in Ulm, hat den Rettungswagen kurzerhand organisiert. "Damit die Kinder auch mal sehen, wie der Rettungsdienst arbeitet, schließlich geht ja alles Hand in Hand", sagt er.

An der Einsatzstelle angekommen, gehen die Abläufe schon deutliche routinierter von Statten. Die Gruppen rollen Schläuche aus oder holen die Leiter von den Löschfahrzeugen. Auf dem Dach schreien drei Kinder um Hilfe und Simon schnappt sich mit seinen Kameraden die erste Leiter und rennt los. Der 10-Jährige ist voll in seinem Element, doch Lukas muss seinen jungen Kollegen bremsen. Die Leiter muss erst gesichert werden. Dann geht alles Schlag auf Schlag. Die Kinder werden gerettet und alle löschen mit vereinten Kräften das Dach der Halle. Simons Berufswunsch steht nun endgültig fest. Er will Feuerwehrmann werden.

Quelle.
Verlag Südwestpresse Ulm
DAVE STONIES




Veröffentlicht am
15:56:06 18.09.2013