Feuerwehr Schnürpflingen

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Harald Bloching hauptamtlicher Kreisbrandmeister



Alb-Donau-Kreis.  Stets die beste Lösung für die Betroffenen zu finden, lautet Harald Blochings Ziel bei jedem Einsatz. Er ist zum hauptamtlichen Kreisbrandmeister ernannt worden. Die Wehren im Kreis sieht er gut aufgestellt.

Nicht jeden Tag eilt Harald Bloching mit Blaulicht und Martinshorn zu Bränden und Verkehrsunfällen. Dennoch bestimmt die Feuerwehr seine Arbeit und einen Teil seiner Freizeit. Der 40-Jährige ist Kreisbrandmeister im Alb-Donau-Kreis. Bisher ehrenamtlich auf diesem Posten und hauptberuflich im Landratsamt in Ulm als Sachbearbeiter für Brand- und Katastrophenschutz beschäftigt, hat ihn der Verwaltungsausschuss des Kreistags im November einstimmig zum hauptamtlichen Kreisbrandmeister ernannt. Für Bloching ist die Wahl eine Bestätigung seiner Arbeit. Und die Folge seiner 2009 abgeschlossenen Ausbildung im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst.

Durch die Ernennung haben sich Blochings Aufgaben in der Behörde nicht verändert. Er beurteilt größere Bauvorhaben aus feuerwehrtechnischer Sicht. Er prüft etwa, wo Leitern aufgestellt werden können, wie es um die Löschwasserversorgung steht und wo Brandmeldeanlagen nötig sind. Er beantragt beim Land Zuschüsse für Fahrzeuge, Großgeräte und Gebäude der 55 Gemeinde-Feuerwehren. Und er hat die Aus- und Fortbildung der 3600 Feuerwehrleute im Blick.

Der Alb-Donau-Kreis ist im Regierungsbezirk Tübingen der Landkreis mit den meisten aktiven Wehrleuten. Die Mannschaftsstärken haben sich durch die Aussetzung der Wehrpflicht nicht verringert. Die rund 100 jungen Männer, die sich an Stelle von Bundeswehr oder Zivildienst für die Freiwillige Feuerwehr verpflichtet hatten, seien jetzt "entpflichtet" worden, berichtet Bloching. "Sie sind aber geblieben."

Die gute Personalstärke, bedingt auch durch die Arbeit der Jugendfeuerwehren, ist für Bloching kein Grund, sich zurückzulehnen. "Die Ausbildung muss nachhaltig forciert werden", sagt der Kreisbrandmeister, der in Justingen im Brandfall als Gruppenführer mit der Abteilungswehr ausrückt. "Heute hat fast jede kleine Feuerwehr Atemschutzgeräte", sagt Bloching. 500 bis 600 Wehrleute übten jährlich im Brandübungscontainer - umgeben von Flammen. Auch die Rettung von Unfallopfern müsse immer wieder geprobt werden. Durch moderne Technik habe sich die Sicherheit in Pkws verbessert. Bloching hat kürzlich ein Unfallauto gesehen, dessen Schnauze "bis zu den Spritzdüsen" eingedrückt war, die Insassen aber nur leicht verletzt waren. Für die Wehrleute seien Rettungen aber schwieriger geworden. Hantieren sie bei der Befreiung von Verletzten mit hydraulischen Geräten wie Schere und Spreizer, können Seiten-Airbags ausgelöst werden.

Während technische Hilfeleistungen auch in Zukunft Sache der größeren Wehren bleiben, beschaffen immer mehr kleinere Gemeinden Fahrzeuge mit Wassertank. Als Grundlage dafür nennt Bloching die "Hinweise zur Leistungsfähigkeit einer Gemeindefeuerwehr", aufgestellt von Innenministerium und Landesfeuerwehrverband. Demnach muss zehn Minuten nach dem Alarm ein Feuerwehrauto mit Wasser an jeder Einsatzstelle sein. Um auf dem Land auch tagsüber eine Mannschaft mit sechs bis neun Leuten aufbieten zu können, ist Zusammenarbeit gefragt, und eine gezielte Alarmierung. Auf der Ehinger Alb steht in Granheim ein Löschfahrzeug, tagsüber piepsen im Alarmfall aber nicht nur digitale Funkmeldeempfänger der Granheimer Wehrleute. Alarmiert werden auch verfügbare Kameraden aus den umliegenden Orten von Altsteußlingen bis Erbstetten, gemeinsam gehts dann zur Einsatzstelle. "Das hat sich gut bewährt."

Der Kreisbrandmeister drängt darauf, dass jede Gemeinde einen Feuerwehr-Bedarfsplan aufstellt. Zusammen mit Fachleuten wird ermittelt, was in den kommenden zehn Jahren nötig ist. "So kann die Feuerwehr Bürgermeister und Gemeinderat längerfristig sagen, was beschafft werden muss." Einen Bedarfsplan brauche auch der Alb-Donau-Kreis selbst, sagt Bloching. Das Landratsamt besitzt vier Sonderfahrzeuge, die 19 bis 24 Jahre alt sind. Ein Atemschutz-Gerätewagen ist in Ehingen stationiert, Fahrzeuge für Gefahrgutunfälle in Langenau, Amstetten und Blaubeuren. Ein neuer Plan könne auch zu anderen Stationierungsorten führen, sagt Bloching.

Als Kreisbrandmeister wird der 40-Jährige bei großen Unglücken zeitgleich mit der Gemeindefeuerwehr alarmiert, häufig wird er auch nach der ersten Lageeinschätzung von den Kommandanten angefordert. Er sieht seine Rolle als Berater, reißt deswegen nicht die Einsatzleitung an sich. Was zu tun ist, werde im Team festgelegt. Oberstes Gebot sei immer "die beste Lösung für die Betroffenen zu finden".

Quelle: Suedwest Presse
 

 




Veröffentlicht am
22:01:11 02.02.2012