Feuerwehr Schnürpflingen

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Führungsgruppe



Führungsgruppe der Raumschaft Dietenheim

 

Die Führungsgruppe
Um bei größeren Schadenslagen eine der Feuerwehr-Dienstvorschrift (FwDV) 100 entsprechende Führungsstruktur zu gewährleisten, haben die Feuerwehren der Raumschaft Dietenheim im Jahr 2004 eine Unterstützungsgruppe der örtlichen Einsatzleitung (UöEL) in Baden-Württemberg besser bekannt als Führungsgruppe aufgebaut. Die UöEL hat die Aufgabe den Einsatzleiter vor Ort zu unterstützen und zu entlasten. Dies geschieht vor allem durch die praktische Umsetzung der Entscheidungen des Einsatzleiters z.B. Abschnittsbildung, Nachforderung weiterer Kräfte und Behörden usw. Daneben sind auch die Koordinierung des gesamten Funkverkehrs zwischen Leitstelle, Einsatzstelle und Einsatzabschnitten incl. der Kanaltrennung, die Dokumentation des gesamten Einsatzablaufes, das Erstellen einer Stärkeübersicht, das Führen einer Lagekarte, die Schaffung von Bereitstellungsräumen, die Erledigung von Arbeitsaufträgen und die Bereitstellung von Atemschutzgeräteträgern und –geräten wichtige Aufgaben der UöEL.
Außerdem stellt die Unterstützungsgruppe den Anlaufpunkt für alle nachrückenden Kräfte und Organisationen dar.
 

Struktur
Die Sondereinheit besteht derzeit aus 14 Angehörigen der Feuerwehren: Stadt Dietenheim, Balzheim, Staig, Illerrieden und Schnürpflingen. Sie machen regulären Einsatzdienst in ihrer jeweiligen Gemeinden und werden als ÜöEL gemeinsam über einen separaten RIC = Digitale Melderschleife alarmiert. Die Angehörigen der Einheit haben mindestens Gruppenführerqualifikation. Der Leiter der Führungsgruppe eine Zugführerausbildung. Drei Angehörige der Einheit haben den Lehrgang "Verbandsführer", zwei Angehörige den Lehrgang "Führer in Einsatzleitungen" an der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg in Bruchsal absolviert.
 

Szenarien
Die Führungsgruppe arbeitet in drei verschiedenen Einsatzszenarien:
· Standardeinsatz ab 3. Alarmstufe (erweiterter Löschzüge)  =  punktuelles Ereignis
· Flächenereignis (Unwetter, Hochwasser, etc.) = Großschadenslage
· Einsatz mit Sondereinheiten Gefahrgutzug/Ölwehr
 

Szenario "3. Alarmstufe"
Die Führungsgruppe gewährleistet, dass dem Einsatzleiter neben einer funktionierenden Kommunikation zwischen der Leitstelle, der Einsatzleitung, den Einsatzabschnitten und den sonstigen Beteiligten am Einsatz eine Einsatzdokumentation (ständig fortgeschriebene Lagekarte) zur Verfügung steht. Ferner ist es Aufgabe der Führungsgruppe, nach Weisung des Einsatzleiters Arbeitsaufträge zu erledigen und ihn so bei der Leitung des Einsatzes zu unterstützen. Für hinzutreffende andere Behörden und Organisationen (Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, Polizeiführer, Notfallmanager DB AG, Wasserbehörde, etc.) ist die aus der Führungsgruppe und dem Einsatzleiter bestehende Einsatzleitung Anlaufpunkt an der Einsatzstelle.
 

Ab dem 3. Alarm wird nach der kreiseinheitlichen Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) automatisch mit dem erweiterten Löschzug die Führungsgruppe alarmiert. Sie besetzt den in der Feuerwache Dietenheim stationierten ELW 1 nach DIN als mobile Befehlsstelle und begibt sich an die Einsatzstelle. Die Mindestbesatzung des Fahrzeuges besteht aus vier Funktionen:
Leiter Führungsgruppe (mind. Zugführerqualifikation)
Lagekartenführer (mind. Gruppenführerqualifikation)
Fernmelder Einsatzstellenfunk
Maschinist/Fernmelder Betriebskanal
 

Die Funktionen "PuMA" (Presse und Medienarbeit/S5) und Fernmeldewesen kann im Bedarfsfall ebenfalls  in die Führungsgruppe integriert werden.
Aufgabe des Leiters der Führungsgruppe ist die Koordination der Arbeit seiner Einheit. Außerdem stellt er das Bindeglied zum Einsatzleiter dar. Er erledigt Standardaufträge, wie die Definition von Bereitstellungsräumen und bereitet auf Weisung des Einsatzleiters Maßnahmen vor (z. B. Ausarbeiten eines Konzepts zur Löschwasserrückhaltung).
Der Lagekartenführer stellt die erkundete Lage, die Schadenskonten in den Einsatzabschnitten sowie die eingesetzten Kräfte und die getroffenen Maßnahmen auf der Lagekarte dar. Hierfür steht ihm ein Flipchart und verschieden farbige Marker zur Verfügung. Der gesamte Fahrzeugbestand der Einsatzstelle wird auf Magneten dargestellt mitgeführt und kann in der Lageübersicht ihrem tatsächlichen Standort entsprechend platziert werden.
Die beiden Fernmelder wickeln den Einsatzstellenfunk sowie die Anbindung der Einsatzstelle auf dem Betriebskanal ab. Hierfür steht ein fest eingebautes Funkgerät im 2-Meter-Bereich sowie zwei FuG 8b-1 im 4-Meter-Bereich zur Verfügung. Ihre Aufgabe ist ferner die Bedienung von GSM-Telefon (Mobiltelefon) und GSM-Fax (Mobilfax).
Der Einsatz von "z.b.Vorort-Kräften" ist zur Unterstützung in den einzelnen Funktionen vorgesehen.
 

Hilfsmittel
Zur Wahrnehmung ihres Auftrages steht der Führungsgruppe umfangreiches Material zur Verfügung:
Formularsätze für die Darstellung der Schadenskonten sowie der Funkdokumentation
Checklisten für die Aufgaben jeder einzelnen Funktion (als Erledigungskontrolle sowie zur Bewahrung des Überblicks in der Chaosphase)
Fahrzeugübersicht der Raumschaft Dietenheim und des Alb-Donau-Kreises (zur gezielten Anforderung von Überlandhilfe)
Magnete zur Darstellung von Fahrzeugen, Übersicht "taktische Zeichen nach FwDV 100", Flipchart, Büromaterial.